Eidgenössisches Schützenfest 2015 im Wallis

Ständematch-Bronzemedaille und Ehrenplätze für Nidwaldner

„Mit Hand & Härz“ lautet das Motto der Organisatoren vom Eidgenössischen Schützenfest 2015 im Walliser Dorf Raron. Die vielseitigen Einzel- und Kantone-Wettkämpfe dauern vom 11. Juni bis 12. Juli. Neu wird auch die Disziplin Kleinkaliber 50Meter angeboten. Als erster Höhepunkt fand am Wochenende 13./14. Juni der Eidgenössische Ständematch mit den besten Schützinnen und Schützen aus fast allen Kantonen und in 14 Gewehr- und Pistolen-Disziplinen statt. Nach intensiver Vorbereitung reiste eine beachtliche Nidwaldner- Delegation an den zweitägigen Ständematch.

Sturmgewehrschützen trotzten dem Wind
Erfreulich, dass der kleine Kanton Nidwalden in mehreren Disziplinen als beste Zentralschweizer klassiert werden konnten. Allen voran die „neue“ Sturmgewehr-Gruppe mit ex-Schweizermeister Gerhard Kesseli, Franz Keiser, Beat Odermatt und Hans-Peter Bucher. Hinter Sieger Bern und dem zweitklassierten Zürich gewann Nidwalden in diesem Zweistellungswettbewerb überraschend die wertvolle Bronzemedaille. Während sie nach dem 30-schüssigen Liegend-Programm mit Durchschnittspassen von „nur“ 90.4 Punkten den fünften Platz belegten, erzielten sie kniend, trotz massivem Windeinfluss, mit Passen von durchschnittlich über 83 Punkten das zweitbeste Ergebnis der 22 Kantone und wurden mit total 2087 Zählern und einem Durchschnitt pro Schütze von 521.75 Punkten mit der begehrten Bronzemedaille belohnt. Sieben Punkte fehlten zur Silbermedaille.

Pistolenschützen liessen aufhorchen
Freude bereitete das Nidwaldner 25m-Pistolenteam mit Schweizermeister Patrick Scheuber, Pirmin Käslin und Peter Odermatt. Ihr vierter Rang, nur zwei Punkte hinter Bronzemedaillengewinner Luzern, müsste der Nidwaldner Pistolenszene Auftrieb geben. Patrick Scheuber erzielte mit 568 Punkten eines der besten Resultate überhaupt. Zum Vergleich: die erfolggewohnten Obwaldner belegten „nur“ den 14. Rang.

Einen weiteren vierten Rang belegten die drei Kleinkaliberschützen Patrik Lustenberger, Benno von Büren und Junioren-Europameister Manuel Lüscher im G50m-Dreistellungsmatch. Als beste Zentralschweizer fehlten nach 180 Treffern elf Zähler für den Bronzeplatz. Patrik Lustenberger platzierte sich mit dem viertbesten Resultat von 575 Punkten mitten in den SSV-Kaderschützen.

Ebenfalls stolz als beste Zentralschweizer dürfen die 300m-Matcheure Michi Burch, Roberto May und Reto Abächerli auf ihren grossartigen fünften Schlussrang von 17 Kantonen sein. Ihnen fehlte bei einem Durchschnitt von 556 Zählern pro Schütze allerdings 17 Punkte zur Bronzemedaille.

Hoffnungsvoller Nachwuchs
Ihre Nomination für den Ständematch rechtfertigten aber auch die jüngsten Nidwaldner Kleinkaliberschützen Andreas Lüscher, Patrick Fischer und Roman Durrer. Ihr sechster Schlussrang im Liegendmatch unter 13 Kantonen mit nur sechs Zählern hinter Bronzegewinner Basel-Land durfte sich sehen lassen. Der Dreistellungs-Nachwuchs mit Carlo May, Erika Keiser und Christoph Waser kämpfte wegen dem Wind ebenfalls unter seinen Möglichkeiten. Mit nur einem Rang hinter dem Urner-Team konnten sie mit dem zehnten Schlussrang weitere Wettkampf-Erfahrung sammeln.

Zihlmann eine Klasse für sich
Nochmals nur knapp einen Podestplatz verpassten die Kleinkaliber-Liegendschützen Jean-Claude Zihlmann, Daniel von Holzen und Peter Birchler im 60-schüssigen Ständematch. Sie galten als Medaillenanwärter, mussten aber dem Wind ihren Tribut zollen und erreichten mit „nur“ 573 Durchschnitt den siebten Schlussrang. Sechs Punkte fehlte für Bronze. Einmal mehr zog der Dallenwiler ex-Schweizermeister Jean-Claude Zihlmann, seines Zeichens Präsident der Nidwaldner Luftgewehrschützen, die Blicke auf sich. Dank seiner Routine erzielte er grossartige 587 Punkte und damit das höchste Ergebnis aller Teilnehmer, inklusive SSV-Kaderschützen.

Hinter Luzern, Uri und Schwyz klassierte sich für einmal die Nidwaldner Standardgewehr- Equipe im Zweistellungsmatch. Die Ennetmooser Andreas Gander, Thade Scheuber, Pius Wyss und Astrid Fluri mussten sich bei einem Durchschnitt von „nur“ 558 mit dem 12. Schlussrang begnügen.

In der neuen Disziplin 60 Schüsse liegend mit dem Sturmgewehr belegten die Nidwaldner Paul Niederberger 62, Roman Weibel, Andreas Odermatt und Res Leuenberger den 17. Rang. Ausser dem Dallenwiler Pascal Niederberger (569), Schützenmeister der SG Büren- Oberdorf, hatten die Standardgewehr-Liegendschützen grosse Mühe mit dem wechselhaften Wind, denn Thomas Niederberger und Christian Gander können es bei normalen Verhältnissen viel besser. Der Team-Durchschnitt von 556.3 Punkten genügte nur zum 19. Rang.

Schlussbetrachtung
Wegen dem bekannten und von den Schützen gefürchteten „Walliser-Wind“, schossen die Nidwaldner gemessen an den erzielten Ergebnissen fast durchwegs unter ihren Möglichkeiten. Weil aber bei diesen anspruchsvollen Schiessbedingungen alle Kantonsvertreter Mühe hatten, zeigen die Ständematch-Ranglisten 2015 den schon bisher bekannten Kräftevergleich unter den Kantonen, mit Bern, Aargau, Freiburg, St.Gallen und Zürich als Dominatoren.

Bericht: Franz Odermatt

Sämtliche Ergebnisse vom Ständematch: www.shoot.ch

Ständematch-Bronze für Nidwalden von links hinten Gerhard Kesseli und Hans-Peter Bucher, von links vorne Franz Keiser und Beat Odermatt.

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