08.11.2019 – Nidwaldner Schütze schreibt ein Stück Rütligeschichte

Pius Wyss hat auf dem Rütli Historisches geschafft. Er erreichte beim Rütlischiessen die volle Punktzahl.

Pius Wyss (46) hat geschafft, was vor ihm noch keiner geschafft hat. Er holte beim 157. Rütlischiessen am Mittwoch die volle Punktzahl. Dies musste natürlich gefeiert werden. Der Schütze hatte deshalb beim Treffen am Donnerstag im Schützenhaus Ennetmoos noch eine etwas heisere Stimme.

Gratulation zum historischen Resultat! Wie haben Sie die perfekte Punktzahl gefeiert?

Pius Wyss: Wir veranstalten jedes Jahr nach dem Rütlischiessen ein Fest im St. Jakob in Ennetmoos. Da tritt eine Blasmusik auf und wir feiern die Erfolge der Rütli-Schützen. Schliesslich holten dieses Jahr auch zwei andere Ennetmooser einen Becher – Maik Durrer und Thomas Liem. Das ging dann natürlich etwas länger, deshalb habe ich heute auch freigenommen.

Wie haben Sie sich in jenem Moment gefühlt?

Es war ein unglaubliches Glücksgefühl, eine Wohltat.

Und wie haben Ihre Familie und Ihre Bekannten reagiert?

Die waren natürlich glücklich und kamen am Abend mit ans Fest. Ich habe direkt nach dem Schiessen schon sehr viele Gratulationen erhalten. Und auch heute gab es noch einige Glückwünsche.

Was ging Ihnen durch den Kopf an diesem Morgen vor dem Schiessen?

Ich war positiv auf den Tag eingestellt aber noch etwas abgelenkt. Wir mussten die Ware zu unserem Kaffee-Stand, an dem wir jedes Jahr Kaffee verkaufen, zur Wiese hoch zügeln. Ich war erst in der letzten Viertelstunde vor dem Schiessen so richtig fokussiert. Dann klappte aber alles hervorragend.

Was denken Sie, wieso hat es geklappt mit den 90 Punkten?

Das ist schwierig zu sagen. Die Umstände sind wichtig, wie beispielsweise das Wetter. Und Glück braucht es auch. Die Ablösung muss stimmen und es muss richtig geschrieben werden. Am Mittwoch hat einfach alles gepasst.

Wie lange sind Sie schon Schütze?

Seit 25 Jahren schiesse ich mit dem Luftgewehr auf 50 Meter. Ich arbeite sehr gerne mit den jungen Schützen zusammen, deshalb betreue ich zurzeit die Junioren. «300 Meter» schiesse ich seit 19 Jahren.

Was für einen Preis bekommen Sie nun?

Ich kann keinen Preis mehr gewinnen, weil ich die Bundesgabe bereits erhalten habe. Aber das ist mir nicht wichtig, meine einzige Motivation ist der Tag des Schiessens selbst. Ich könnte jetzt aufhören, aber es geht mir nicht um Preise, ich bin mit Herzblut dabei. Deshalb werde ich sicher nächstes Jahr wieder dabei sein.

Was war das bisherige Highlight Ihrer Schützenkarriere?

Sicher der Meisterbecher und die Bundesgabe auf dem Rütli. Ein paar Mal war ich ausserdem an den Schweizermeisterschaften, jedoch ohne Preise. 2003 durfte ich als Trainer der Ennetmooser Junioren an die Schweizermeisterschaften und sie haben gewonnen.

War es ein Traum von Ihnen, einmal beim Rütlischiessen die volle Punktzahl zu erreichen?

Einige meiner Kameraden hatten schon einen Meisterbecher und 87 Punkte geschossen. Dieses Resultat wollte ich gerne auch erreichen. Nun habe ich das erreicht und sogar übertroffen. Es kann sehr gut sein, dass der Bann nun gebrochen ist und in den nächsten Jahren einige Schützen die 90 Punkte holen.

Wem widmen sie das historische Resultat?

Meiner Tochter Ronja. Und natürlich ist das Resultat nicht nur für mich, sondern auch für die ganze Sektion Nidwalden. Es gab viele gute Resultate gestern. Ich mag das jedem gönnen.

Bericht: Nidwaldnerzeitung, Zéline Odermatt, 05.11.2019

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