Geschichte Kantonalschützengesellschaft NW
1853 – 2008

 (Kurzfassung von Franz Odermatt)

Die Gründung der Kantonalschützengesellschaft Nidwalden erfolgte im Jahre 1853. Und zwar am gleichen Tage als sich die Abgeordneten aller Schützengesellschaften in Luzern zur Begrüssung der eidgenössischen Schützenfahne zusammengefunden hatten. Die neue Kantonalschützengesellschaft ersetzte die, unter zentraler Leitung stehenden Landesschiess-Organisationen. Der erste Kantonalvorstand hatte in der damaligen politisch lebhaften Zeit diverse Probleme zu bewältigen. Bevor sie beispielsweise die Durchführung des ersten „Kantonalschiessen“ an die Hand nahmen, ersuchten sie den hohen Landrath von Nidwalden um die Aufhebung des geltenden Schiessverbotes für Landesschiessen an Sonn- und Feiertagen. Trotz grossen Bemühungen fruchteten mehrere Gesuche nichts, obwohl die Schützen darauf hinweisen konnten, dass früher selbst das Priesterkapitel mit allen Mitteln die Schiessfertigkeit förderte, und zwar zum besseren Schutze ihre materiellen Güter. Die ersten Statuten datieren vom 25. März 1854. Darin wurde festgehalten, dass alle zwei Jahre an Stelle der alten Landesschiessen ein Kantonalschiessen mit einem Mindest-Gabensatz von Fr. 2000.– durchgeführt werden solle. 

Mitglied der Kantonalschützengesellschaft konnten nur die Sektionen bzw. Schützengesellschaften werden.
Einzelmitglieder kennt man noch heute nicht. Von total zehn existierenden Gesellschaften entschieden sich immerhin neun für eine Mitgliedschaft. 
Wolfenschiessen  wurde erst im Jahre 1857 Mitglied. Im gleichen Jahre erhielt übrigens die Kantonalschützengesellschaft ihre erste Fahne.

Kantonalschiessen ab 1855
Nach ausgiebiger Diskussion übergab die Delegiertenversammlung vom 22. Juli 1855 das erste Kantonalschiessen (heute Kantonalschützenfest) der Schützengesellschaft Buochs zur Durchführung. Es wurde noch im Oktober des gleichen Jahres durchgeführt. Die Plansumme wurde auf Fr. 7000.– festgelegt. Betreffend Einrichtung des Schützenhauses, die Scheiben-Anzahl, die Verpflegung der Ehrendeputierten und der Funktionäre stellte die Kantonalschützengesellschaft strenge Anforderungen. Heute undenkbar ist die Tatsache, dass der Kantonalpräsident und gleichzeitig OK-Präsident, mangels Verbands-Finanzen, den ganzen Gabensatz bevorschusste. Etwas verständlicher wird dies, wenn man weiss, dass es sich beim Präsidenten um den vermögenden Bauherr Caspar Blättler vom Rotzloch handelte. Zwischen 1855 und 2008 fanden in Nidwalden 37 Kantonalschützenfeste statt. Das 37. organisierte im Jahre 2004 eine Trägerschaft mit Kantonalschützengesellschaft und fast allen NW-Sektionen.

1861:  20. Eidgenössisches in Nidwalden
Im 2008 sind genau sind genau 147 Jahre vergangen, seit das erste und bisher einzige „Eidgenössische“, damals Eidgenössisches Freischiessen genannt, auf Nidwaldner Boden stattgefunden hat. Dank umfangreichen Archiv-Unterlagen weiss man, dass die damaligen Initianten gegen fast unüberwindliche Hindernisse und Schwierigkeiten zu kämpfen hatten. Der Nidwaldner Landrat, damals völlig vom Priesterkapitel beherrscht, verbot die Durchführung eines „Eidgenössischen“ in Nidwalden. Trotzdem wurde die Bewerbung im Jahre 1859 (von der Kantonalschützengesellschaft) eingereicht und den Nidwaldnern zur Durchführung im Jahre 1861 übertragen. In der Zwischenzeit wehrten sich die Schützen gegen das Verbot mit einem Rekurs an die Bundesbehörden. Vorher rief man aber noch den Bundesrat als Vermittler um Hilfe. Dieser unterstützte die Übernahme durch die Nidwaldner indem er das Verbot als verfassungswidrig erklärte. Interessant, dass sich nach diesem bundesrätlichen Entscheid auch die bisherigen Gegner in den Dienst der Sache stellten. Dieses „Eidgenössische“ von 1861 fand übrigens nicht in Stans sondern ganz in der Nähe des „Landsgemeindeplatzes“ in Wil, Gemeinde Oberdorf, statt. Rückblickend muss man den Mut der damaligen Schützen bewundern.

Verhältnis zum SSV
Heute pflegen die Vertreter der Kantonalschützengesellschaft Nidwalden ein ungezwungenes, angenehmes Verhältnis zum SSV. Die Zusammenarbeit zwischen den Ressortchefs verläuft problemlos. Das war nicht immer so. Die Nidwaldner zögerten jahrzehntelang mit dem Verbands-Beitritt. Aus einem Protokoll des Jahres 1870 geht hervor, dass trotz „unklaren Verhältnissen“ zum SSV der Besuch der DV in Zug beschlossen wurde. Im Jahre 1882 wurde von einigen Mitgliedern eine „Sektion Nidwalden des SSV“ gegründet, die 36 Mitglieder zählte. Die Sektionsleitung übernahm der Kantonalvorstand. Erst am 2. Juli 1899 erfolgte der formelle Beitritt der Kantonalschützengesellschaft Nidwalden zum SSV.

Jubiläum im Jahre 2003
Mit verschiedenen Aktivitäten feierten die Nidwaldner Schützen im Jahre 2003 „150 Jahre Kantonalschützengesellschaft“. Der Festakt fand am 3. März in Ennetbürgen verbunden mit der ordentlichen Delegiertenversammlung 2003 und in Anwesenheit von viel Prominenz aus Politik, Militär und befreundeten Verbänden statt. Unter dem Titel „Schützen und Armee marschieren im gleichen Schritt“ hielt Korpskommandant und Aktivschütze Beat Fischer, Luzern, eine vielbeachtete Festrede. SSV-Präsident Peter Schmid sprach über den Wandel von Schiessen Schweiz und dass die Schützen das Image nach innen pflegen müssen um Image nach aussen erzeugen zu können. Im Rahmen des Jubiläums organisierte der Kantonalvorstand in Buochs ein „Volksschiessen für jedermann“ mit Luftgewehr und Luftpistole. Im Nidwaldner Wochenblatt wurden in einer Serie alle Nidwaldner Schützenvereine porträtiert.

Statistische Angaben
Am 31.12.2012 zählte die Kantonale Schützengesellschaft Nidwalden in 12 300m-Gesellschaften und in drei Pistolen-Sektionen total 1690 Mitglieder bzw. „Obligatorisch-Schützen“. Die nachfolgende Mitglieder-Entwicklung benötigt in Schützenkreisen keinen Kommentar:

1921: 1491  Mitglieder
1985: 4233  Mitglieder
1991: 4038  Mitglieder
2001: 2950  Mitglieder
2006: 2098  Mitglieder
2007: 1972  Mitglieder
2008: 1987  Mitglieder
2009: 1861  Mitglieder
2010: 1837  Mitglieder
2011: 1773  Mitglieder
2012: 1690  Mitglieder
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